Der Seelsorger

Es ist nicht leicht, den eigenen seelsorgerlichen Standpunkt zu beschreiben. Auf der Basis des Evangeliums zähle ich mich eher zu den progressiven Typen. Ich lasse mich gerne auf die Menschen ein, die auf der Suche sind. Das bringt mich vor allem mit jenen Grenzgängern zusammen, die mit der Kirche nicht allzu viel am Hut haben, von der Kirche enttäuscht sind, oder mehr von der Kirche erwarten, als sie bisher bekommen haben.

Ergebnis dieser Einstellung sind zum Beispiel die Motorradgottesdienste, jeweils am ersten Sonntag im Mai und am letzten Sonntag im Oktober. Oder der Ehe-TÜV, das jährliche Treffen der Paare, die ihre Partnerschaft überprüfen wollen. Oder die Aktion 1,5 %, ein Solidarfonds für Arbeitslose, jetzt vor allem für benachteiligte Jugendliche. Dieser Fonds führte letztlich zusammen mit Diakon Stefan Philipps zur Gründung der
"Brücke e.V." (siehe dort!), die alle sozialen Projekte der Gemeinde St. Michael zusammenfasst.

Aus dieser offenen Seelsorge ist längst auch eine offene Gemeinde geworden, die vor allem auf die Verantwortung der "Laien" setzt. Seither sprechen Freunde wie Neider von St. Michael als einer "anderen Gemeinde".